Mit ‘marrakesch’ getaggte Artikel

marrakesch

Donnerstag, 15. Juli 2010

auf meiner privaten homepage erfahrt ihr alles über mich und meine neuen projekte.

hier könnt ihr etwas über meine bücher nachlesen, meine reisen, meine wissenschaftlichen arbeiten und meine cyberprojekte.

hitze und hektik


neulich habe ich ein paket in marrakesch zur post aufgegeben. dabei konnte ich das marokkanische gemüt unter einer völlig anderen perspektive betrachten: alle marokkaner warten ohne aufregung eine 3/4 h am paketschalter der post, ohne aggressionen oder ungeduld. wenn sie angesprochen werden, antworten sie geduldig und ohne verärgert zu sein. sie und die angestellten lassen leute freundlich vor, die nur eine kleinigkeit wollen. man ist jederzeit bereit, eine ausnahme zu machen, weil sie sich eh nicht an gesetze halten. bewundernswert ist die ruhe der angestellten, auch wenn sie angemacht werden (dafür nerven sie mich, wenn nicht viel zu tun ist, und sie trotzdem so langsam sind). doch sie sind immer so, ob’s knallt oder nicht. in jedem fall ist es die beste vorgehensweise bei stress. und: ich bin merkwürdigerweise selber ruhiger rausgegangen, als ich reingekommen bin!

ich überlege, ob ich ein weisses laken über das dach und den hof spannen sollte. weiss streichen wie bei den indios der mittelamerikanischen pueblos geht nicht: ich habe es bereits gefliest. und der kalk, der hier benutzt wird, ist nach 1 jahr ausgewaschen. besser: ich gebe wasserfeste farbe auf ein laken (durchsichtig und luftdurchlässig) und spanne es zum daruntergehen in 2 meter höher an pfählen, die an die mauern getakert sind, über dach und hof.katzen mögens heiss, aber nicht direkt in der sonne bei nunmehr 40°C im schatten:

meine katzen   meine katzen
meine katzen   meine katzen

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mein haus

Dienstag, 29. Juni 2010

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eine klimaanlage wie bei den termiten

jetzt im hochsommer ist es in marrakesch äusserst wichtig, eine intelligente kühlung zu finden, die nicht viel strom verbraucht. nur zur not will die klimaanlage oder ventilatoren benutzen. aber vor allem letztere sind im stromverbrauch ziemlich teuer. deshalb habe ich mir an den termiten in afrika ein beispiel genommen. winters wie sommers ist ihr lehmgebäude stets an eine gleichbleibende temperatur angepasst. bisher habe ich nur in den 2 extremen sommer-sowie winterwochen, an denen die temperatur 45°C (schatten!) bzw. 8°C (nachts) erreicht, die klimaanlage angemacht. diesmal soll es ohne gehen. denn bereits monate vorher schalte ich um: ende des sommers werden die fenster in den entscheidenden räumen auch tagsüber offen gelassen und zum winter hin nachts immer früher geschlossen. die 70 cm dicken aussenmauern halten die umgebungstemperatur äusserst lange, geben wärme ab oder nehmen sie auf. mit der luftzirkulation lasse ich im sommer die warme luft nach oben entweichen, im winter halte ich sie fest, indem ich die oberen aussentüren schliesse.

es besteht auch die möglichkeit, mit weisser farbe oder kalk das dach bzw. die terasse zu streichen. aber ich habe dort schöne kacheln, die ich weder bemalen noch verputzen will. ausserdem zerbröckelt der kalk nach einem jahr, so dass die prozedur stets wiederholt werden muss. ineffektiv.

entgegen kommt mir, dass es dieses jahr noch relativ kühl in marokko ist (höchsten 25° nachts). da hoffe ich, zumindest nicht nach unten ins kühlere geschoss umziehen zu müssen.

iosain im innenhofnoch ein wort zu iosain, dem neuen kater aus der derb: er maunzt nachts immer mal wieder, wenn er rumstreicht, was mich allerdings nicht stört. auffallend ist, das er sich nur im haus aufhält und es höchstens kurz in der nacht über die terasse verlässt. in die derb (gasse) geht er nicht mehr gern – nur wenn ich dabei bin, da er dort doch viel mehr angst hatte, als ich vermutete. kindern haben ihn getreten, erwachsene verscheucht. auch ist er der erste, der nun wegläuft, wenn sich andere menschen nähern. nur der hunger hatte ihn immer wieder zu den menschen geführt. das muss stress pur gewesen sein und erklärt mir heute sein verhalten und das bedürfnis nach totaler ruhe. er muss oft geschlagen worden sein, da er angst vor berührung mit der hand hat. aber er beobachtet, wie ich bramir und andere streichle und füttere. dann kommt er plötzlich zu mir und streicht mit seinem kopf an mein bein oder meine hand, um mich aufzufordern, mich auch um ihn zu kümmern.

manchmal fängt er schon an zu spielen (was er vorher garnicht kannte), mit dem ball oder etwas anderem. ein zeichen von wohligkeit. zwischen ihm und bramir gibt es übrigens eine art stillhalteabkommen (nichtangriffspakt), auch wenn sie sich nicht oft aus den augen lassen.

vor 4 tagen nun heulte er nachts plötzlich auf, dass ich sofort aufwachte. es war iosain, der noch nicht kastriert ist (dem aber anscheinend das markieren mit gewalt abgewöhnt worden ist). ein fremder kater war ins haus eingedrungen. iosain scheint sich jetzt dazugehörig zu fühlen und es verteidigen zu wollen.

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marrakesch

Donnerstag, 10. Juni 2010

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die kunst des anschreiens

hier in marokko herrschen andere gebräuche. es wird manchmal sehr laut, in europa könnte man sich nicht des eindrucks erwehren, sich in einer deftigen prügelei zu befinden. aber oft reden sie dabei nur über den vorteil von fernsehen mit satelitenschüssel oder ähnliches. wenn ich in den souks bin und die händler sich untereinander laut und wild gebärden, sehe ich bisweilen erschreckte touristen schnell und unauffällig davoneilen.

dabei können sich die araber in der tat bekriegen: mit aneinander gepressten nasen und gefletschten zähnen. die kunst des anschreiens ist dabei eine besondere: es geht nicht darum, dass der andere einen versteht (bei dem krach und der erregung hört sowieso keiner mehr zu), sondern darum, den besten effekt zu erzielen und den anderen einzuschüchtern. sollte ich selbst einmal in eine solche lage geraten, verzichte ich aufs französische und rede deutsch. nicht der inhalt ist es, sondern der tonfall. ausserdem kann ich nicht ständig pausen machen, um z.b. meine grammatik zu korrigieren oder eine treffliche formulierung zu finden. das wäre schwäche. der eindruck von stärke steigt erst deutlich, wenn ich hart klingende worte gebrauche (in der deutschen sprache ja nicht selten) und grimmig dreingucke. dabei ohne unterbrechung rede, dem anderen also keine möglichkeit gebe, sich etwa die bedeutung meiner worte zu vergegenwärtigen. es soll nur ihre präsentation und artikulation beeindrucken. dieser art kann ich mich übrigens in jedem land durchsetzen, ohne unbedingt laut zu werden. aber betonung und tonfall sind wichtig und setzen schon fast nonverbal mein anliegen durch.

nun zu etwas völlig anderem:

innenhof   bramir

die mutterstaude meiner bananen vermehrt sich übrigens jedes jahr um 2 ableger. bin gespannt, ob diese es ihr einmal gleichtun werden. dann muss ich meinen garten heftig erweitern. bananen können bis zu 10 jahre alt werden. und ab dem 3. jahr, also diesen herbst, erhoffe ich reichlich ernte! allerdings habe ich keine ahnung, wie die fruchtknoten sich bestäuben sollen. bienen gibt es hier. aber erstmal muss es ja zur blüte kommen…

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reisen

Sonntag, 16. Mai 2010

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erneuter vulkanausbruch in island

letzte woche ist er das zweite mal ausgebrochen. hatte ich mir das erste mal alles im fernsehen angeschaut, die schlangen der urlauber in den abfertigungshallen, die suche nach hotels, die nächte auf hartem boden, dann war ich jetzt selbst betroffen.

diesmal wurden die auswürfe über spanien bis nach marokko getrieben. alle flüge waren gecancelt, auch in marrakesch. nun war ich selbst ein opfer der annulierungen. wobei ich im gegensatz zu den meisten passagieren keinen stundenlangen und tw. vergeblichen kampf um übernachtungsplätze führen musste. zudem aufgrund meines wissens in und um marokko ich noch am selben abend im zug nach tanger sass, von wo ich dann nach tarifa überschiffte.

doch die masse der verzweifelten leute (bedenkt man nur die älteren, die solchen situationen oft hilflos gegenüber stehen) an den schaltern der flughafens auf der suche nach informationen hat mich schon erschreckt. wo schlafen, wo einen ersatzflieger herkriegen? wird das geld ersetzt, wenn ja, für wielange? zudem, wenn es an hinweisschildern mangelt und die marokkanischen bediensteten keine ahnung hatten, was sogleich zu tun war. so wurde man oft von einer schlange an eine andere verwiesen (allerdings erst, wenn man sich bereits nach vorne durchgearbeitet hatte).

manche der passagiere standen kurz vor einer hysterie, andere wiederum waren gefasster. aber keiner konnte das problem aktiv angehen. viele junge leute legten sich einfach draussen ins gras oder setzten sich auf den bürgersteig. grosse knäuel bildeten sich um die bushaltestellen. der run auf die hotels und die hoffnung, dass das eigene zimmer noch frei sei, setzte ein.

später dann in tanger war nichts von einer wolke oder ähnlichen wahrzunehmen. es regnete nur. die aschewolken bleiben in der tat ein undurchschaubares phänomen. für mich war der himmel über marokko klar und zu jeder zeit befliegbar. ich bin der meinung, dass hier bei entsprechender logistik viel geld und nerven gespart werden könnte.

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meine katzen

Montag, 07. Dezember 2009

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meine katzen: vergnügen + pflichten


franzy frisst viel auswärts. neulich hat sie eine tote maus mitgebracht, die sie nicht mehr geschafft und mir geschenkt hat. sie war so satt, dass sie nichtmal truthahnfleisch mehr wollte. die katzen müssen nachts raus, um zu jagen. das macht nicht nur spass, ist auch gut für ihre figur und psyche. ihr jagdtrieb ist immer noch stark (nach der kastration/sterelisation!). erst dann sind sie richtig glücklich.

bramir und tajana passen auch aufs haus auf. sie verjagen fremde katzen durch fauchen, heulen und grollen. bei bramir freut mich dass, obwohl er kastriert ist. bei ihr wundert mich das weniger, weil sie immer schon überkorrekt ist und sie unregelmässigkeiten sehr stören.

isamira hingegen ist ein fussballfan. sie sitzt nicht nur vor dem fernseher und beobachtet fasziniert das hin und her von spieler und ball. sie spielt selber auch gerne und sehr geschickt mit dem fussball.

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halbstarke katzen

Montag, 23. November 2009

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halbstarke katzen


mittwoch war ich mal wieder in madrid. in den kaufhäusern steht schon die weihnachtsdekoration. ist aber ganz schön kitschig.

die kleinen reagieren etwas distanziert, wenn ich am nächsten tag zurückkomme, weil sie mit mir noch nicht so einen intensiven kontakt aufgebaut haben. eine starke bindung entsteht im zweiten halbjahr. dabei entscheidet allerdings, ob sie bei mir geboren und aufgewachsen sind. d.h., die basis für eine gute beziehung wird schon in ihren babymonaten gelegt, auch wenn es sich noch nicht sogleich bemerkbar macht.

trotz kastration sind sie jetzt in der pubertät und halbstarke katzen. bramir und jetzt auch ardelan sind manchmal schrecklich in ihren pflegeljahren. sie lieben es, die anderen katzen zu erschrecken und ihnen nachzujagen. doch ohne kastration denke ich, wäre es noch schlimmer.

michele hält nun den rekord im fernbleiben. am 2.11.09 blieb er ganze 6 tage weg. dann lag er morgens schlafend neben meinem bett. kaum abgemagert, wie auch franzy nicht, wenn sie nach einem tag wiederkommt, so dass ich denke, sie haben ganz gut zu essen. wahrscheinlich haben sie einen idealen jagdplatz mit viel mäusen gefunden und sehen mein haus nur noch als rückzugsquartier an. michele ist bereits unabhängig und mehr draussen als eine hauskatze. aber bei franzy macht mir das sorgen, da sie einen sehr persönlichen umgang mit mir hat, den ich nicht verlieren möchte. z.b. hat sie eine menschliche variation des katzenkusses entwickelt: sie küsst mit der nase, und da sie gemerkt hat, dass ich es mit dem mund tu, stupst sie diese immer wieder heftig auf meine lippen.

wissenswertes und neue erkenntisse über katzen:

wenn sie ihren wangenduft, der auch von den schläfen kommt, verreiben, zeigt es, dass sie sich wohlfühlen.

hohe orte: als ehemalige raubkatzen bevorzugen sie eine gute übersicht über ihr gelände.

katzen hinten streicheln lässt sie oft aggressiv werden. michele fängt manchmal sogar an zu knurren.

katzen schnurren (durch kehlkopf und zwerchfell produziert) auch beim sterben, wenn sie verletzt sind und gebähren. dabei kommt der ganze körper ins vibrieren, was auch bei menschen eine heilsame, aber noch unerforschte wirkung hat.

ähnlich lieben sie die vibrationen von angenehmen stimmen und musik, die oft dieselben hertzfrequenzen haben.

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