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hitze und hektik
neulich habe ich ein paket in marrakesch zur post aufgegeben. dabei konnte ich das marokkanische gemüt unter einer völlig anderen perspektive betrachten: alle marokkaner warten ohne aufregung eine 3/4 h am paketschalter der post, ohne aggressionen oder ungeduld. wenn sie angesprochen werden, antworten sie geduldig und ohne verärgert zu sein. sie und die angestellten lassen leute freundlich vor, die nur eine kleinigkeit wollen. man ist jederzeit bereit, eine ausnahme zu machen, weil sie sich eh nicht an gesetze halten. bewundernswert ist die ruhe der angestellten, auch wenn sie angemacht werden (dafür nerven sie mich, wenn nicht viel zu tun ist, und sie trotzdem so langsam sind). doch sie sind immer so, ob’s knallt oder nicht. in jedem fall ist es die beste vorgehensweise bei stress. und: ich bin merkwürdigerweise selber ruhiger rausgegangen, als ich reingekommen bin!
ich überlege, ob ich ein weisses laken über das dach und den hof spannen sollte. weiss streichen wie bei den indios der mittelamerikanischen pueblos geht nicht: ich habe es bereits gefliest. und der kalk, der hier benutzt wird, ist nach 1 jahr ausgewaschen. besser: ich gebe wasserfeste farbe auf ein laken (durchsichtig und luftdurchlässig) und spanne es zum daruntergehen in 2 meter höher an pfählen, die an die mauern getakert sind, über dach und hof.katzen mögens heiss, aber nicht direkt in der sonne bei nunmehr 40°C im schatten:
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noch ein wort zu iosain, dem neuen kater aus der derb: er maunzt nachts immer mal wieder, wenn er rumstreicht, was mich allerdings nicht stört. auffallend ist, das er sich nur im haus aufhält und es höchstens kurz in der nacht über die terasse verlässt. in die derb (gasse) geht er nicht mehr gern – nur wenn ich dabei bin, da er dort doch viel mehr angst hatte, als ich vermutete. kindern haben ihn getreten, erwachsene verscheucht. auch ist er der erste, der nun wegläuft, wenn sich andere menschen nähern. nur der hunger hatte ihn immer wieder zu den menschen geführt. das muss stress pur gewesen sein und erklärt mir heute sein verhalten und das bedürfnis nach totaler ruhe. er muss oft geschlagen worden sein, da er angst vor berührung mit der hand hat. aber er beobachtet, wie ich bramir und andere streichle und füttere. dann kommt er plötzlich zu mir und streicht mit seinem kopf an mein bein oder meine hand, um mich aufzufordern, mich auch um ihn zu kümmern.
